Die Geschichte des Hauses

Geschichte des Míča-Hauses

Das Haus ist nach dem Komponisten František Antonín Míča (1694–1744) benannt, der in Jaroměřice im Dienst des Grafen Questenberg wirkte.

Der Marktplatz in Jaroměřice nad Rokytnou, 1906

Ein älteres Haus, als es scheint

Auf den ersten Blick wirkt das Míča-Haus wie ein klassizistisches Bürgerhaus des 19. Jahrhunderts — so sahen es Historiker lange. Eine bauhistorische Untersuchung 2019–2020 enthüllte jedoch einen weit älteren Kern in den Mauern: gotisches Mauerwerk aus der Gründungszeit der Stadt (13.–14. Jahrhundert), im 16. Jahrhundert in der Renaissance erweitert und um ein Stockwerk erhöht.

Aus der Renaissance stammen die gewölbten Keller unter dem Haus sowie Fragmente einer Sgraffito-Fassade, die unter dem Putz zum Vorschein kamen. Erhalten sind auch Reste einer Rauchküche und ein außergewöhnlich wertvoller spätbarocker Mansarddachstuhl. So trägt das Haus sechs Jahrhunderte in sich — durch die Sie bei Ihrem Aufenthalt buchstäblich hindurchgehen.

Graf Johann Adam von Questenberg
Graf Johann Adam von Questenberg

Graf Questenberg und das barocke Jaroměřice

Die Familie Questenberg — allen voran Graf Johann Adam von Questenberg — machte Jaroměřice im 18. Jahrhundert zu einem blühenden Zentrum barocker Kultur mit Musik und Oper von europäischem Rang.

Hier wirkte František Antonín Míča — Kapellmeister und Tenor am gräflichen Hof. Er schuf die Oper „Vom Ursprung Jaroměřices in Mähren“ (1730), berühmt als die allererste in tschechischer Sprache gesungene Oper. Míča besaß das Haus, und der Graf, bei dem er in hoher Gunst stand, trug auch zu dessen Umbau bei. Das Haus trägt den Namen des Komponisten, unsere Apartments den der gräflichen Familie.

Von der Verstaatlichung zur Erneuerung

Das 20. Jahrhundert war hart für das Haus. Unter dem Kommunismus wurde es verstaatlicht, die Familie musste gehen; der Vater verbrachte zehn Jahre im Gefängnis aufgrund eines konstruierten Prozesses. Nach Jahrzehnten in öffentlicher Hand verfiel das Haus.

In verwahrlostem Zustand wurde es schließlich den Nachkommen der ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben. Heute wird es behutsam Schritt für Schritt restauriert: Gewölbe, Holzböden und der ursprüngliche Grundriss bleiben erhalten und werden um modernen Komfort ergänzt. Vierzig Jahre Verfall lassen sich nicht über Nacht tilgen; umso mehr freut es uns, dass das Haus wieder auflebt und Gäste empfangen kann.

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